Montag, 3. Juni 2013

Glitzerkind

heute Morgen auf dem Weg zum Kindergarten fragte Herr O : "Warum gibt es eigentlich so viele Blumen in Mädchenfarben?" Ich war verwirrt und sagte "Für mich gibt es keine Mädchenfarben, ich finde alle Farben schön." Herr O blieb stehen und sagte mit ernster Mine : "Ich nicht. Schwarz mag ich gar nicht. Und braun auch nicht!" Ich musste lachen und innerlich freute ich mich sehr. Anscheinend hat meine "Farberziehung" doch angeschlagen.
Mit ein Grund, warum ich beschloß meine Kinder zu benähen, ist dass ich nicht einverstanden bin mit den Stereotypen, denen ich oftmals in der Kaufkleidung begegnete. Für Jungs gab es (wahrscheinlich noch immer) hauptsächlich dunkelblaue, braune, graue und khakifarbene Kleidung, gerne mit selsamen Schriftzügen und Zahlen. Wenn man Glück hatte noch mit hässlichen Autos oder aber Merchandise Artikel. Dies Sachen für Mädchen waren zwar etwas besser, aber die Vielzahl an rosa, pink und Kitsch ließ mich doch so manches Mal an meinem Geschmack zweifeln. Vorallem finde ich seltsam, dass es fast unmöglich schien etwas geschlechtsneutrales zu finden.
Ich möchte unterstreichen, dass ich pink und rosa nicht kategorisch ablehne, auch in meinem Kleiderschrank finden sich einige Stücke dieser Farbe, aber ich habe dass Gefühl, dass dieser Farbe ein Klischee der Niedlichkeit anhaftet. Und genauso wenig, wie ich meiner Tochter verbieten werde Autos toll zu finden, möchte ich, dass meine Söhne auf das Spielen mit Puppen verzichten müssen. Immer noch passiert es mir eigentlich täglich, dass Leute mich verwundert anschauen, wenn ich sage, dass Herr O ein Junge ist und Fräulein F ein Mädchen. Schon fast schokiert wirken manchen Leute, dass ich die Kinder einfach nicht so anziehe, wie sie es erwarten.
Das ganze hört sich vielleicht jetzt sehr oberflächlich an, aber oft habe ich leider das Gefühl, dass diese Geschlechterklischees sich im täglichen Leben und in den Gehirnen festsitzten. Und inzwischen scheint es mir auch nicht mehr verwunderlich, dass ich das Gefühl habe, dass die Emanzipation gerade einen Stillstand durchlebt.

Lange Rede (wobei, nein eigentlich eher kurz, an der Anzahl Gedanken zu messen, die zu diesem Thema noch in meinem Kopf herum schwirren) kurzer Sinn:
Herr O liebt Glitzer und Gold. Schon immer. Seit ca. 1,5 Jahren wünscht er sich goldene Glitzer-Schuhe, ein goldenes T-Shirt und Schmuck. Da es aber sehr schwierig ist, etwas nicht total kitschiges oder Hässliches zu finden habe ich mir schon einiges einfallen lassen. Hier nun meine schnelle Arbeit des letzten Abends. 


Ich hab es mir einfach gemacht und zwei noch verhandene Kauf-shirts aufgepeppt. Das Langarmshirt habe ich mit einer richtigen Apllikation versehen. Man sieht es vielleicht nicht richtig, aber die Punkte glänzen. Das T-Shirt ist mit einer Bügelfolie gemacht, die glänzt und glänzt und glänzt. Nach der ersten Wäsche sage ich dann noch mal Bescheid...

Kommentare:

  1. Du sprichst (schreibst) mir aus dem Herzen! Deine Gedanken (auch ich könnte die EWIG ausführen) zu den Farben und Geschlechterklischees kann ich 1:1 unterschreiben! Und ich finde es toll, dass Herr O. etwas Glitzerndes haben "darf", da kenne ich nicht viele Buben, denen das "erlaubt" wird. Die Applikation ist wirklich sehr schön geworden und auch das Bügelbild - und das finde ich, obwohl ICH kein Glitzer mag! :-)
    Liebe Grüße,
    Steffi

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  2. Ganz tolle Shirts und ganz tolle Einstellung!
    Ich sehe es ganz genauso wie du.
    Das Zuckermädchen kriegt auch keine Mädchenspielsachen oder Mädchenfarben zugeteilt.

    Trotz (blauen) Rocks umd (grüner) Haarspange im Räuberhaar hören wir immer wieder: Ooooh was für ein süßer Junge, wie heißt der denn?
    Und wenn ich antwort: "SIE heißt soundso" kommt die Antwort: "Ich dachte... weil sie ja eine blaue Jacke trägt und gelbe Schuhe... das ist ja nichts für Mädchen..."
    äh?

    Ganz toll finde ich auch immer die typische vErkäuferinnenaussage, wenn ich mal tatsächliche eine Kaufklamotte suche und mit den folgenden Worten in den Laden komme: "Ich suche ein Shirt/Socken/Strumphose, aber nichts mit Rosa, Pink, Glitzer, Einhörnern oder Feen."
    Die Verkäuferin verschränkt sofort die Arme, lehnt sich schräg zurück und sieht das Zuckermädchen mit einer hochgezogenen Braue an: "Ein Mädchen braucht doch aber was Rosanes!"

    hach ja... über das Thema könnte ich mich auch auslassen!

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  3. sehr genial, aktuell ist hier die Lieblingsfarbe wieder schwarz ;)
    Und für die Bügelfolie würde ich mich auch interessieren!

    liebe Grüße Beate

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  4. Es freut mich sehr, dass ihr das auch so seht!

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Ich freue mich über euere Meinung